Kampf gegen Hunger und Krankheit - Die Musküche, Süsterstraße 3

Musküche - Kampf gegen Hunger und Krankheit (Stationstext Audio)

Musküche, Süsterstraße 3

Die Musküche in der Süsterstraße 3, 1915

Hausfrauen Dörrt eure Steckrüben (Audio)

Juni 1915

In der Süsterstraße 3 eröffnet der Osnabrücker Hausfrauenbund die Musküche. Man sammelt Obst und macht daraus Marmelade, Säfte oder Früchte im Glas. Die Musküche gibt ihre Erzeugnisse auch an Schulkinder ab. Ohne diese und andere kostenlose Speisungen hätten viele Kinder aus armen Familien den Krieg kaum überlebt.

Nahrungsmittel sind knapp, teuer und von minderwertiger Qualität. Von den Lebensmitteln, die über Bezugskarten verteilt werden, kann man kaum leben; die Preise auf den Märkten und auf dem Schwarzmarkt sind enorm. Soldatenfamilien sind besonders betroffen. Die Frauen können ihre Kinder mit der öffentlichen Unterstützung oder Witwenrente kaum durchbringen. In den Zeitungen erscheinen Anzeigen, in denen kleine Kinder verkauft oder verschenkt werden.

Krankheiten fordern ihren Tribut. Geschwächt vom Nahrungsmangel haben Kinder und alte Menschen selbst harmlosen Infektionen wenig entgegenzusetzen. Auch Seuchen brechen aus: Pocken oder die Spanische Grippe töten viele Menschen.