Fluktuation

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Besonders in den 1960er- und 1970er-Jahren gab es in Deutschland viele Saisonarbeiter, die im Winter wieder in ihre Heimat zogen. Im Diagramm werden die Fluktuationsprozesse der Bewohner:innen der Lohstraße 32 dargestellt. Hierfür wurde für jede:n Bewohner:in die zeitliche Differenz zwischen dem ersten und dem letzten Eintrag aus den Datensätzen der Ausländermeldekartei berechnet.

Dieser Prozess dauerte für den größten Anteil der Migrant:innen weniger als ein Jahr (ca. 28%). Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Bewohner:innen der Lohstraße 32 Osnabrück direkt wieder verlassen haben. Die Anzahl an Personen pro Jahr ist deutlich geringer, aber es zeigt sich tendenziell, dass Migrant:innen, die nicht im ersten Jahr direkt wieder verzogen waren,  zwischen einem und sieben Jahren blieben. Dies trifft auf etwa 52% der Bewohner:innen zu. Somit blieb nur etwa ein Fünftel der Personen (44) länger als 7 Jahre. Werte von mehr als 15 Jahren stellen eher die Ausnahme dar. Ein Mann aus Spanien sticht besonders hervor, da die Fluktuationsprozesse bei ihm länger als 24 Jahre andauerten.

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Bei der Verschränkung mit der Kategorie Geschlecht gibt es ähnlich wie zuvor bei der Verweildauer auch hinsichtlich der Fluktuation kaum wahrnehmbare Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Unterschiede ergeben sich lediglich in den Zeiträumen von sechs beziehungsweise 15 Jahren, die aber vermutlich auf eine ungleiche Stichprobenmenge zurückzuführen ist (168 Männer gegenüber 61 Frauen).

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Inhaltlich verantwortlich: Paul Sander, Marcel Skupin, Diana Pletner