Bombenschäden und Wiederaufbau

Im Zentrum Osnabrücks waren die Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs besonders gravierend: Über die Hälfte der zuvor existierenden 12.000 Wohnhäuser lagen nach dem Krieg in Trümmern. Hinzu kam die Zerstörung von 21.000 der ehemals 33.000 Wohnungen in der Stadt.1 

  1. Parisius, Bernhard: Flüchtline und Vertrieben in Osnabrück und im Osnabrücker Raum, in: Klaus J. Bade/ Bernhard Parisius (Hrsg.): Zeitzeugen im Interview. Flüchtlinge und Vertriebene im Raum Osnabrück 1945, Osnabrück: Univ.-Verl. Rasch 1997, S. 13–92, hier S. 15.

Ausschnitt der zerstörten Lohstraße.jpeg

Ausschnitt der zerstörten Lohstraße
Quelle: Spratte, Wido: Im Anflug auf Osnabrück. Die Bombenangriffe 1940–1945, Osnabrück: Wenner 1985, S. XYZ.

Auch große Teile der Lohstraße waren von Zerstörungen durch Bombenschäden betroffen, sodass 1950 nur noch 25 der ehemals 69 Wohnungen in der Straße existieren. Die erste untenstehende Abbildung zeigt die Lohstraße in einem Luftbild von 1935 vor der Zerstörung durch die Bombenangriffe. Die rot eingezeichneten Bereiche zeigen die zerstörten Areale der Straße, die im Adressbuch von 1950/51 dokumentiert sind. Vor allem der Anfang und das Ende der Lohstraße wurden schwer getroffen. Folglich wurden nur noch die Hausnummern 21–25/26, 29–34, 35a, 37, 40/41–43, 49, 50, 57 und 58 angegeben. Die anderen Hausnummern wurden zwar genannt, erhielten jedoch die Kennzeichnung 'zerstört'. Bei der mittleren Abbildung handelt es sich um ein Luftbild der Lohstraße aus dem Jahr 1956, auf dem mithilfe grün eingezeichneter Bereiche dargestellt ist, welche Teile der Straße bis 1960/61 bereits wiederaufgebaut wurden, darunter die Hausnummern 2–7, 16–18, 27, 28, 36, 38, 39, 44, 45, 59–61, 62, 66 und 67. Das Haus mit den Nummern 68/69 wurde abgerissen. Die roten Bereiche auf dem Luftbild zeigen die auch zu dieser Zeit noch immer zerstörten Gebäude.2 

  1. Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1950/51, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1950, S. 96–97; Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1960/61, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1960, S. 159–160; Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1962/63, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1962, S. 169–170.

Zehn Jahre später waren noch immer 24 Wohnungen in der Lohstraße nicht auf- oder neugebaut worden. Ein Großteil dieser Ruinen wurde in den Jahren 1962/63 abgerissen, sodass es teilweise zu großen Lücken in der Zahlenfolge der Hausnummern kam. So fehlten zum Beispiel die Hausnummer 1 und die Nummern 8–15 am Anfang der Straße, die auch noch 1969 nicht wiedererrichtet wurden. Ebenso verschwand das Haus mit den Nummern 68/69. Die Abrissarbeiten dauerten bis in die 1970er-Jahre an und so standen 1968/69 noch immer zwei zerstörte Häuser in der Lohstraße, bei denen es sich um die Gebäude mit den Hausnummern 48 und 56 handelte. Die Wohnungen mit den Hausnummern 46/47 und 61–64 befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Wiederaufbau. Schließlich wurden im Jahr 1972 auch die letzten beiden zerstörten Häuser abgerissen und somit verschwanden nun alle in der Lohstraße verbliebenen Ruinen endgültig aus dem Straßenbild. Die letzte Abbildung zeigt schließlich ein Luftbild der Lohstraße von 1972, auf dem die Hausnummern 1, 8–15, 19, 20, 48 und 56, die seit ihrer Zerstörung durch die Bombardierung Osnabrücks nicht mehr in den Adressbüchern bis 1972 auftauchten, blau eingezeichnet sind. An der Stellle, an der ehemals die Hausnummern 8–15 zu finden waren, entstand bis 1972 ein Parkplatz dort, wo sich zuvor die Hausnummern 19 und 20 befanden, lag eine Brachfläche vor.3 

  1. Elstermann, Hermann: Adressbuch der Stadt Osnabrück 1968/69, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1968; Elstermann, Hermann: Adressbuch der Stadt Osnabrück 1972, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1972, S. 173–174.

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Inhaltlich verantwortlich: Louisa Bruns

[1] Parisius, Bernhard: Flüchtline und Vertrieben in Osnabrück und im Osnabrücker Raum, in: Klaus J. Bade/ Bernhard Parisius (Hrsg.): Zeitzeugen im Interview. Flüchtlinge und Vertriebene im Raum Osnabrück 1945, Osnabrück: Univ.-Verl. Rasch 1997, S. 13–92, hier S. 15.

[2] Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1950/51, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1950, S. 96–97; Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1960/61, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1960, S. 159–160; Elstermann, Hermann: Adreßbuch der Stadt Osnabrück 1962/63, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1962, S. 169–170.

[3] Elstermann, Hermann: Adressbuch der Stadt Osnabrück 1968/69, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1968; Elstermann, Hermann: Adressbuch der Stadt Osnabrück 1972, Osnabrück: Meinders & Elstermann 1972, S. 173–174.