Der frühe Tod im Krieg

Mobilmachungsbefehl an der Litfaßsäule vor der Johanniskirche 1914
Quelle: NLA OS, Dep 3 b III, Nr. 589/28.
Im Juli 1914 überschlugen sich die Ereignisse im Deutschen Reich und die Einwohner:innen Osnabrücks sahen in jenem Sommer einem möglichen europäischen Krieg mit Schrecken entgegen. Diese Spannungen lösten sich jedoch mit der Bekanntgabe der deutschen Generalmobilmachung am 01. August 1914. Weite Teile der Bevölkerung wurden nach dieser Julikrise von Hochmut, Euphorie und Begeisterung gepackt.
Das Stimmungsbild in Osnabrück spiegelte sich auf den Straßen und in den örtlichen Zeitungen wider. Letztere beschrieben das Ereignis als eine Erlösung nach langer Ungewissheit.1 Das sogenannte 'Augusterlebnis' führte wie in vielen anderen Städten auch in Osnabrück zu umgreifender Hochstimmung und freudiger Spannung. Nach anfänglichen Erfolgen der deutschen Truppen sahen sich die Osnabrücker:innen in ihren Gefühlen bestätigt. In einem regelrechten Freudentaumel zogen die Menschen auf die Straßen um die ausrückenden Soldaten zu feiern.
-
Vgl. Herzig, Simone: Der Weltkrieg kam nach Osnabrück. Julikrise und 'Augusterlebnis' 1914 im Spiegel der Osnabrücker Tagespresse, Marburg: Tectum-Verl. 2010, S. 127.↩
Mit einem solchen zuversichtlichen Gefühl machten sich die Osnabrücker Soldaten auf den Weg an die Front. Doch die Euphorie blieb allseits nur von kurzer Dauer. Bereits im September 1914 wurden die Menschen vom erdrückenden Alltag des Krieges eingeholt, nachdem der Feldzug auf Frankreich einem Stillstand entgegensah und die ersten Meldungen von Gefallenen die Angehörigen in Osnabrück erreichten. Zu diesen frühen, unter Begeisterungsrufen aus Osnabrück ausgezogenen Soldaten gehörte auch Karl August Langschmidt, der wie viele andere seiner Generation früh im Krieg den Tod fanden.
_________________________________________________________________
Inhaltlich verantwortlich: Verena Wichmann
[1] Vgl. Herzig, Simone: Der Weltkrieg kam nach Osnabrück. Julikrise und 'Augusterlebnis' 1914 im Spiegel der Osnabrücker Tagespresse, Marburg: Tectum-Verl. 2010, S. 127.↩
