Perspektiven auf die Lohstraße
Aufgrund der ausgewählten Quellen ergaben sich unterschiedliche Perspektiven auf die Lohstraße und ihre Bewohner:innen. Alle Quellengruppen entstammen unterschiedlichen Zeiten und müssen jeweils kontextspezifisch betracht werden. Dennoch sind sie alle mit der Intention entstanden, bestimmte Personengruppen in einer Datenbank zu dokumentieren und dadurch verwalten zu können. Die Gefallenenkartei beispielsweise enthält Informationen über Menschen, die im Ersten Weltkrieg gestorben sind. In der Gestapokartei sind Personen verzeichnet, die von der Gestapo verfolgt wurden, während die Ausländermeldekartei alle als 'Ausländer' registrierten Personen erfasst, die zwischen 1930 und 1980 nach Osnabrück gezogen sind. Ergänzend dazu dokumentieren die Volkszählungsbögen von 1950 alle zu diesem Zeitpunkt in Osnabrück lebenden deutschen Einwohner:innen. Jede dieser Quellen bietet damit je spezifische Einblicke in die Stadtgeschichte, die Entwicklung der Lohstraße und das Leben ihrer Bewohner:innen.
In dieser digitalen Ausstellung werden die einzelnen Quellengruppen werden die einzelnen Quellengruppen zunächst auf einer eigenen Übersichtsseite vorgestellt. Anschließend werden sie jeweils in ihrem historischen Kontext erläutert. Für jede Quellengruppe werden außerdem verschiedene Perspektiven beleuchtet: Über die Gefallenenkartei werden Todespanoramen einzelner im Ersten Weltkrieg verstorbener Soldaten betrachtet, über die Gestapokartei vor allem die aus Sicht der Gestapo als 'staatsfeindlich' eingestuften Äußerungen einiger Bewohner:innen, über die Ausländermeldekartei bestimmte Mobilitäts- und Fluktuationsbewegungen und über die Volkszählungsbögen das Sozialprofil der Lohstraße nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter jedem Menüpunkt werden abschließend Einzelschicksale vorgestellt.