Alfred Stock
Alfred Stock wurde er am 16. November 1898 in Osnabrück geboren, wo er gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern, Anna, Otto, Else, Auguste und Marie bei seinem Vater Heinrich und seiner Mutter Maria in einfachen, aber behüteten Verhältnissen – der Vater war Müller – entsprechend eines preußisch-protestantischen Weltbildes aufwuchs. Die Eltern, ursprünglich aus dem Osnabrücker Umland bei Melle stammend, waren im Laufe ihres Lebens nach Osnabrück gezogen, in die Lohstraße 50. Alfred Stock erlernte, anders als sein Vater, kein klassisches Handwerk, sondern begann eine Lehre als Kaufmann. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zum Dienst an der Waffe und wurde in das Infanterie-Regiment 78 aufgenommen. Er kam unter anderem in Tułkowicze in Polen zum Einsatz. Im guten Glauben seinen Dienst für Kaiser, Gott und Vaterland zu leisten, war Alfred Stock überzeugt, zu Weihnachten wieder in der Heimat zu sein. Diese Erwartung sollte sich allerdings nicht bewahrheiten – Alfred Stock starb am 10. Mai 1915 mit gerade einmal 17 Jahren an der Front. Er war damit einer von 17 Millionen Menschen, die seinerzeit in der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ihr Leben im ersten industrialisierten Krieg ließen. Die sich anschließende Karte verdeutlicht, dass es Stock nicht vergönnt war, zu Lebzeiten andere als seine Geburts- und Todesorte kennenzulernen. Dieses dramatische Schicksal teilte er mit einer ganzen Generation. Damit steht Alfred Stock symbolisch für viele Kriegsfreiwillige des Ersten Weltkriegs.
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Inhaltlich verantwortlich: Florian Gießler
