Forschung an der Universität Osnabrück
Bericht über Forschungstätigkeiten an der Universität Osnabrück 1974–1981
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2018/67.
Wie heute stellte die Lehrer:innenbildung schon in den ersten Jahren einen wichtigen Bestandteil der Lehrtätigkeit an der Universität Osnabrück dar. Dies ist wenig überraschend, sollte die junge Bildungseinrichtung doch die Infrastruktur der pädagogischen Adolf Reichwein-Hochschule, die zuvor das Osnabrücker Schloss bezogen hatte, nutzen und inhaltlich an ihre Arbeit anknüpfen. Mit Blick auf Forschungstätigkeiten zeichnete sich in den Anfangsjahren der Universität Osnabrück allerdings ein anderes Bild: "Es kann sich heute keiner vorstellen, was wir durchzustehen hatten, um hier Wissenschaft durchzusetzen. Es war Knochenarbeit, ohne diese wäre nichts geworden. Eigentlich ging es bei uns erst 1980 richtig los."1 Grund dafür sei laut dem Osnabrücker Anglisten Tilman Westphalen die Einphasige Lehrerausbildung gewesen, die bis zu ihrem Ende im Jahr 1978 die Kapazitäten der Lehrbeauftragen beinahe vollständig in Anspruch genommen habe, sodass ihnen kaum Zeit für eigene Forschungsvorhaben geblieben wäre.2

Gebäude 03 – Das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien in der Seminarstraße 19
Foto: Julian Tischer.
Universität Osnabrück heute – Ein wichtiger Standort der Geschichtsforschung
Anders als noch im Jahr 1981 lassen sich die vielen verschiedenen gegenwärtigen Forschungsprojekte des Faches Geschichte an der Universität Osnabrück nicht auf ein halbes Dutzend Seiten zusammenfassen, sondern werden auf den unterschiedlichen Webseiten der Epochen aufgeführt. Allein in der Abteilung 'Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung' liefen im Jahr 2024 zeitgleich 17 Projekte. Die häufig in Zusammenarbeit von Lehrenden, Promovierenden und studentischen Hilfskräften bearbeiteten Projekte eröffnen den Studierenden schon früh in ihrem Studienleben Kontakt mit größeren Wissenschaftsprojekten, um sich so wissenschaftlich weiterzubilden.3
Heute reicht der Einfluss der an der Universität Osnabrück erzielten Forschungsergebnisse im Historischen Seminar über Deutschland hinaus. Besonders deutlich wird dies beim 1991 durch Prof. Dr. Klaus J. Bade gegründeten Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien.4 Wie Prof. Dr. Wolfgang Lücke, ehemaliger Präsident der Universität Osnabrück, zum 25-jährigen Jubiläum des Instituts feststelle, war die "Etablierung einer interfakultativen Forschungseinrichtung […] innerhalb der Struktur der Universität damals ein absolutes Novum […] und lief dementsprechend nicht ganz reibungslos ab"5. Trotzdem gelang es dem interdisziplinär arbeitenden Institut eine gewichtige Rolle in der europäischen Migrationsforschung einzunehmen.
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Inhaltlich verantwortlich: Julian Tischer
[1] Zimmer, Wendelin: Turbulente Zeiten. Ein Lesebuch zur Geschichte der Universität Osnabrück. Osnabrück: Univ.-Verl. Rasch 1999, S. 50.↩
[2] Vgl. ebd., S. 49–50.↩
[3] Vgl. Universität Osnabrück. Historisches Seminar, in: Universität Osnabrück, URL: https://www.uni-osnabrueck.de/fb1/geschichte/ (abgerufen am: 31.05.2025).↩
[4] Vgl. Zimmer, Zeiten 1999, S. 74.↩
[5] Lücke, Wolfgang: Begrüßung, in: IMIS-Beiträge, 48. 2016, S. 11–14, hier S. 11.↩

