Ein vorzeitiges Ende

Mit dem Regierungswechsel in Niedersachsen Anfang 1976, bei dem die CDU in Person Werner Remmers das Kultusministerium von der SPD übernahm, änderten sich unter anderem die Reformvorstellungen hinsichtlich universitärer Angelegenheiten, die sich auch auf die Einphasige Lehrerausbildung erstreckte.1

  1. Vgl. Steinbrink, Ulrich/ Kriszio, Marianne: Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung an der Universität Oldenburg. Selbstkritisches Resümee eines Experiments, in: Zeitschrift für Pädagogik, 26. 1980, H. 4, S. 559–580, hier S. 561.

Schreiben des Ministers für Wissenschaft und Kunst zur Aufhebung der Einphasigen Lehrerausbildung an der Universität Osnabrück
Quelle: NLA OS, Rep 430, Akz. 2000/075 Nr. 5.

Am 09. September 1976 traten Vertreter:innen der Universität Osnabrück und des Niedersächsischen Kultusministeriums zu einer Besprechung zusammen, in der die Weiterführung der Einphasigen Lehrerausbildung diskutiert werden sollte. In einem Schreiben hielt Remmers die Ergebnisse der Unterredung fest: Die "Studiengänge im Rahmen der einphasigen Lehrerausbildung [sollen] aufgehoben und durch entsprechende Studiengänge im Rahmen der zweiphasigen Lehrerausbildung ersetzt werden"2. Als Begründung führt er große Schwierigkeiten bei der Durchführung der Einphasigen Lehrerausbildung an. Insbesondere die Mängel in der Versorgung mit Kontaktlehrern hätten zu dieser Entscheidung geführt, so der Minister.3 

  1. NLA OS, Rep 430, Akz. 2000/075 Nr. 5.

  2. Vgl. ebd.

Gedächtnisprotokoll der Dienstbesprechung im Niedersächsischen Kultusministerium vom 09. September 1976
Quelle: NLA OS, Rep 430, Akz. 2000/075 Nr. 5.

Im Gedächtnisprotokoll weist Remmers auf weitere Gründe hin, die für eine Einstellung des Modellversuchs an der Universität Osnabrück sprechen:

  1. "ein in absehbarer Zeit nicht behebbarer Mangel an Kontaktlehrern
  2. eine Konzentration der Einphasigen Lehrerausbildung im Westen des Landes Niedersachsen sowie die Durchführung des Modellversuchs bei gleichzeitigem Bestehen von Studienseminaren für die zweiphasige Lehrerausbildung
  3. eingetretene Verzögerungen bei den Studiengangsplanungen
  4. erhebliche Organisationsschwierigkeiten bei der Beschaffung der für die Durchführung erforderlichen […] Ausbildungsplätze […]
  5. die Durchführung der Einphasigen Lehrerausbildung nur am Standort Osnabrück bei gleichzeitiger Durchführung eines zweiphasigen Lehramtsstudium am Standort Vechta"4 

Damit wurde das Osnabrücker Modell endgültig für gescheitert erklärt. Ab dem Wintersemester 1977/78 kehrte die Universität zum bewährten zweiphasigen Modell zurück.

  1. Ebd.

Studierende, die sich im Wintersemester 1976/77 im zweiten oder dritten Studienabschnitt, wurde die Möglichkeit gewährt, ihre Ausbildung im einpahsigen Modell fortzusetzen. Den übrigen Lehramtsstudenten sollte die Wahlmöglichkeit geboten werden, die Ausbildung entweder in einem einphasigen oder im neuen zweiphasigen Studiengang fortzusetzen. Erstsemesterstudierende zum Wintersemester 1977/78 wurden dem zweiphasigen Studiengang zugeordnet.5 

  1. Vgl. ebd.

_________________________________________________________________

Inhaltlich verantwortlich: Lisa Gödiker

[1] Vgl. Steinbrink, Ulrich/ Kriszio, Marianne: Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung an der Universität Oldenburg. Selbstkritisches Resümee eines Experiments, in: Zeitschrift für Pädagogik, 26. 1980, H. 4, S. 559–580, hier S. 561.

[2] NLA OS, Rep 430, Akz. 2000/075 Nr. 5.

[3] Vgl. ebd.

[4] Ebd.

[5] Vgl. ebd.