ELAB-Studierende im Wintersemester 1975/76

Studierende, die ihr Studium der Einphasigen Lehrerausbildung an der Universität Osnabrück im Wintersemester 1974/75 begonnen hatten, starteten ein Jahr später in ihr drittes Studiensemester. Damit befanden sie sich im letzten Teil der Orientierungs- und Eingangsphase und konnten ein zweites Unterrichtsfach dazu wählen.1 Auf ein bestimmtes Lehramt mussten sie sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen, da die Ausbildung für die verschiedenen Schulformen bis zum vierten Semester größtenteils einheitlich erfolgte.2 

Ein exemplarischer Stundenplan im Wintersemester 1975/76 hätte wie folgt gestaltet werden können: In dem zweisemestrigen Projekt Ausbildungssektor konnte zwischen den Varianten A, B, C, D und E ausgewählt werden. Insgesamt wurden 14 Veranstaltungen angeboten, welche in der Regel für Studierende des zweiten und dritten Semesters geöffnet waren.3 So stand in der Variante C beispielsweise den Kurs 'Analyse und Planung von Unterricht' zur Auswahl.4 Dieser hatte einen wöchentlichen Umfang von sechs Zeitstunden und war als Fortsetzung eines im vorangeganenen Semester durchgeführten Projekts konzipiert. Den Teilnehmenden sollte ein Zugang zur späteren Berufspraxis als Lehrperson ermöglicht werden.5 Ergänzend konnte in der ELAB im Bereich Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften die praxisbezogene Veranstaltung 'Einführung in die Pädagogik und Praxis des Projektstudiums' besucht werden.6 

  1. Vgl. Horstmann, Manfred: Osnabrücker Universitätszeitung Jahrgang/WS 1974/75. Schwerpunkt: Modellversuch Lehrerausbildung "Aktiv an der Diskussion beteiligen", 1. 1974, S. 12.

  2. Vgl. ebd.

  3. Vgl. Universität Osnabrück: Personal- u. Veranstaltungsverzeichnis WS 1975/76, S. 104–105, 170.

  4. Vgl. ebd., S. 105.

  5. Vgl. ebd., S. 105, 185.

  6. Vgl. ebd., S. 107.

Studienverlaufsplan.png

Möglicher Stundenplan ELAB-Studierender im Wintersemester 1975/76
Quelle: Universität Osnabrück: Personal- u. Veranstaltungsverzeichnis WS 1975/76, Osnabrück 1975, S. 104–105.

Mit der Wahl des zweiten Unterrichtsfachs im dritten Semesters richtete sich der Fokus im Studium zunehmend auf fachspezifische Kompetenzen. Typische Fächer, die miteinander kombiniert werden konnten, waren beispielsweise Mathematik und Arbeitslehre.7 Eine angehende Lehrkraft mit dem Unterrichtsfach Mathe hätte im dritten Semester die Vorlesung 'Analysis III (Integrationstheorie)' besuchen können, die um eine dazugehörige Übung ergänzt wurde. Zudem konnte die vierstündige Vorlesung 'Gruppentheorie' gewählt werden.7 

Im Zweitfach Arbeitslehre wäre es unter anderem möglich gewesen, den Schwerpunkt auf Textiles Gestalten zu legen, indem beispielsweise die AG 'Produktgestaltung' gewählt wurde. In demselben Schwerpunkt konnte eine Übung zu 'Farbe und Farbmessung' belegt werden.8 Die beispielhafte Zusammensetzung von Lehrveranstaltungen in einem Semester umfasst insgesamt zehn verschiedene Kurse mit 22 Stunden pro Woche. Dabei wird deutlich, dass die Veranstaltungen, die im Rahmen der Einphasigen Lehrerausbildung besucht werden konnten, eine Kombination aus praxisnahem Schulbezug sowie fachspezifischen Inhalten darstellten.

  1. Vgl. ebd., S. 110112, 121–122.

  2. Vgl. ebd., S. 122.

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Inhaltlich verantwortlich: Larissa Cleff, Philine Rohling

[1] Vgl. Horstmann, Manfred: Osnabrücker Universitätszeitung Jahrgang/WS 1974/75. Schwerpunkt: Modellversuch Lehrerausbildung "Aktiv an der Diskussion beteiligen", 1. 1974, S. 12.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. Universität Osnabrück: Personal- u. Veranstaltungsverzeichnis WS 1975/76, S. 104–105, 170.

[4] Vgl. ebd., S. 105.

[5] Vgl. ebd., S. 105, 185.

[6] Vgl. ebd., S. 107.

[7] Vgl. ebd., S. 110112, 121–122.

[8] Vgl. ebd., S. 122.