Dokumentation zur ELAB
Um seine Studierendenschaft umfänglich über die politischen und akademischen Diskussionen um die Einphasige Lehrerbildung nutzte der Studierendenausschuss der Universität Osnabrück neben der eigenen Zeitung auch außerplanmäßige Veröffentlichungen. So gab er am 07. April 1978 eine umfassende Materialsammlung mit dazugehöriger Stellungnahme heraus.
Materialsammlung und Stellungnahme des Studierendenausschuss Osnabrück
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 29/1994 Nr. 37.
Die Materialsammlung wird angeführt von einer Kopie der Gesetzesvorlage Nr. 3329, die der Niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht, am 26. Januar 1978 dem Präsidenten des Niedersächsischen Landtags, Heinz Müller (beide CDU), zukommen ließ. Der sogenannte 'Entwurf eines Gesetzes zur vorläufigen Regelung des öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses in der einphasigen Lehrerausbildung' wird durch diverse Anhörungen begleitet, die unter anderem mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Deutschen Beamtenbund sowie Vertreter:innen der Universitäten Oldenburg und Osnabrück geführt wurden.
Unter Bezugnahme auf den Gesetzesentwurf vermutet der Studierendenausschuss eine Verschlechterung der Berufsaussichten für Absolvent:innenen der Universitäten Osnabrück und Oldenburg. Als Konsequenz fordert er, dass Studierenden, die im Primarbereich oder Sekundarbereich I studieren, eine Lehrbefägigung für das Stufenlehramt gewährleistet wird. Mindestens solle jedoch eine Besoldungsgleichtstellung mit Realschullehrkräften eingeführt werden, wobei langfristig eine Angleichung mit dem Lehramt des Sekundarbereiches II erfolgen müsse. Kritisiert wurden vor allem als willkürlich empfundene Bestimmungen, die sich unter anderem auf Zugangsvoraussetzungen, die Länge sowie den Inhalt der praktischen Ausbildung, aber auch die Aufteilung und Gewichtung der Praxis- und Theorieanteile beziehen. Der Studierendenausschuss stimmte der Stellungnahme der Universität Osnabrück in vollem Umfang zu, die grundsätzlich den Abbruch der Einphasigen Lehrerausbildung ablehnte und auf ein Mitbestimmungsrecht bei Ausbildungs- und Prüfungsordnungen pochte. Den Regierungsparteien CDU und FDP warf der Studierendenausschuss autoritäres Verhalten vor.1
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Vgl. NLA OS, Dep 103, Akz. 29/1994 Nr. 37.↩
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Inhaltlich verantwortlich: Tim Vossel
[1] Vgl. NLA OS, Dep 103, Akz. 29/1994 Nr. 37.↩

