Hochschulgruppen

Logo der Jungsozialisten-Hochschulgruppe aus dem Jahr 1978
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.
Hochschulgruppen sind ähnlich wie Parteien als Gruppierungen zu verstehen, in denen sich Studierende über Politik austauschen und sich zu Wahlen aufstellen können. Sie können einer Partei angehören, müssen es aber nicht zwangsläufig. Zu Ersteren zählten zum Beispiel die Jungsozialisten, die Liste/Marxistische Studentenbund Spartakus/ Sozialistische Hochschulbund1 und der Ring Christlich-Demokratischer Studenten, die zur SPD, der DKP beziehungsweise der CDU/CSU gehörten. Zu Letzteren zählten in den 1970er-Jahren zum Beispiel der Sozialliberale Hochschulverband, die Fachbereichsgruppen2, der Kommunistische Studentenbund oder die Basisgruppen3. Die meisten von ihnen ließen sich politisch eher dem linken Spektrum zuordnen.4 Die Jungsozialisten und der Ring sind mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen bis heute in der Hochschulpolitik aktiv.
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Vgl. Schulze, Heiko: Linke auf Gratwanderung. Osnabrücker Jusos in den Siebzigern, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 123–134, hier S. 126–127.↩
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Vgl. Wolf, Reiner: Kurzer Überblick zum KBW in Osnabrück. In: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 139–141.↩
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Vgl. Tennstädt; Heike: Die Basisgruppe an der Universität Osnabrück. Nicht nur eine politische Studenten-Gruppierung, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 46–47.↩
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Vgl. Schulze, Heiko: Mikrokosmos in der Aula. Wahlkämpfe, Streiks und Vollversammlungen: Streiflichter aus der Studi-Politik, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 43–45; NLA OS, Dep. 103, Akz. 29/1944 Nr. 37; NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.↩
Logo des Sozialistische Hochschulbund aus dem Jahr 1978
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.
Logo des Sozialliberale Hochschulverbandes aus dem Jahr 1978
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.
Die Hochschulgruppen stellten zu den Wahlen des Studentenparlaments einmal im Jahr Wahllisten auf, die von den Studierenden der Universität gewählt werden konnten. Um potenzielle Wähler:innen von sich zu überzeugen, bauten die Hochschulgruppen Wahlkampfstände auf, verteilten Flyer oder Zeitschrifte und hängten Plakate auf. In vielen dieser Veröffentlichungen arbeiteten sie sich an den anderen Hochschulgruppen ab und versuchten aufzuzeigen, warum diese sich nicht für die Interessen der Studierenden einsetzten würden. Trotz dieses Einsatzes lag die Wahlbeteiligung zumeist bei weniger als einem Viertel der Stimmberechtigten.5 Die Themen, mit denen sich die Hochschulgruppen beschäftigten, begrenzten sich nicht nur auf die studentische Selbstverwaltung. So druckte zum Beispiel der Ring Christlich-Demokratischer Studenten in seiner Zeitung in der Ausgabe vom Juni 1978 zwei Artikel zum Thema Atomenergie6, während der Marxistische Studentenbund Spartakus sich in seiner Zeitung vom April 1977 mit Abrüstung und der politischen Lage in Südafrika beschäftigte7.
Die folgenden Zeitungsausschnitte dienen zur Veranschaulichung der publizistischen Diversität in den Veröffentlichungen der verschiedenen Hochschulgruppen und dem breiten thematischen Spektrum, welches in ihnen behandelt wurde.
Die Juni-Ausgabe der Zeitung des Ring Christlich-Demokratischer Studenten der Universität Osnabrück aus dem Sommersemester 1978
Quelle: NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.
Zeitung spartakist vom Marxistische Studentenbund Spartakus, April 1977
Quelle: NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 136.
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Inhaltlich verantwortlich: Hannah Spille
[1] Vgl. Schulze, Heiko: Linke auf Gratwanderung. Osnabrücker Jusos in den Siebzigern, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 123–134, hier S. 126–127.↩
[2] Vgl. Wolf, Reiner: Kurzer Überblick zum KBW in Osnabrück, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 139–141.↩
[3] Vgl. Tennstädt; Heike: Die Basisgruppe an der Universität Osnabrück. Nicht nur eine politische Studenten-Gruppierung, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 46–47.↩
[4] Vgl. Schulze, Heiko: Mikrokosmos in der Aula. Wahlkämpfe, Streiks und Vollversammlungen: Streiflichter aus der Studi-Politik, in: Reiner Wolf/ Heiko Schulze (Hrsg.): Aufbruch & Krise. Osnabrück in den 70er Jahren, Oldenburg: Isensee Verlag 2020, S. 43–45; NLA OS, Dep. 103, Akz. 29/1944 Nr. 37; NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.↩
[5] Vgl. Schulze, Mikrokosmos 2020, S. 44.↩
[6] NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.↩
[7] NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 136.↩


