Einführung

Am 17. April 1974 begannen an der neu gegründeten Universität Osnabrück die ersten offiziellen Lehrveranstaltungen, doch die Geschichte der Universität begann früher. Eine Vielzahl von Entwicklungen musste vor über sechzig Jahren in Gang gesetzt werden, um den Ort entstehen zu lassen, an dem heute ganz selbstverständlich studiert, gelehrt, geforscht und gearbeitet wird. 

Mit sechs verschiedenen Themenschwerpunkten bietet diese Ausstellung einen vielseitigen Einblick in die Geschichte der Universität. Beleuchtet werden unter anderem gesellschaftliche, studentische, räumliche, didaktische und organisatorische Aspekte, die bei der Entstehung einer Universität eine Rolle gespielt haben. Dazu gehört die Gründung und die frühe Phase der Universität Osnabrück im Spiegel politischer und gesellschaftlicher Prozesse, wie zum Beispiel die Konflikte um die Entstehung des Campus am Westerberg. Dazu gehört auch das studentische Leben und die studentische Selbstorganisation – studentische Protestaktionen, beispielsweise gegen den Radikalenerlass, und auch Hochschulgruppen und Studentenverbindungen. Wie haben sich die einphasige Lehramtsausbildung und das Projektstudium als Lehr-Lern-Formate entwickelt? Orte der Universität, wie beispielsweise der Campus, die Universitätsbibliothek und ein Wohnheim sollen vorgestellt und ihre Entwicklung untersucht werden. Letztlich stehen auch Fragen von der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Emanzipation im Vordergrund.

Stadtschloss Osnabrück

Das Stadtschloss Osnabrück, Sitz der Universität Osnabrück
Foto: Frank Wobig.

In den ausgewählten Themenfeldern spiegeln sich eigene Interessen als Studierende der Universität Osnabrück wider. Fragen zu Diversität, studentischer Teilnahme an politischem Protest und problematischen Wohnsituationen sind wie damals auch heute höchst aktuell. Entscheidungen und Entwicklungen, die vor fünfzig Jahren ihren Anfang nahmen, prägen unseren gegenwärtigen universitären Alltag. Die Gründungs- und Anfangsjahre der Universität Osnabrück zu erfahren, kann dabei helfen, heutige Zustände einzuordnen und zu verstehen.

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Inhaltlich verantwortlich: Anna Schlutter