Fachschaften
In jedem Fachbereich gab es in den 1970er-Jahren eine Fachschaft. Somit existierten acht Fachschaften in Osnabrück und fünf in Vechta. Diese versammelten sich in den Gremien der Fachschaftsvollversammlung und des Fachschaftsrates. Der Fachschaftsrat sollte laut der Satzung der Studentenschaft die Interessen der Studierenden der Fachschaft vertreten und zwischen den übrigen Organen der Studentenschaft und der Fachschaft koordinieren.1 Das bedeutete in der Praxis, dass der Fachschaftsrat unter anderem für "Studienberatung, Fachschaftsinfos, Prüfungsangelegenheiten usw."2 zuständig war. Er wurde zur gleichen Zeit wie der Stupa gewählt und hatte sieben Mitglieder. Die Fächer, in denen die Studierenden eingeschrieben waren, entschieden, in welche Fachschaft eine Person gehörte und welchen Fachschaftsrat sie wählen durfte. Wenn Studierende mehr als ein Fach in verschiedenen Fachbereichen studierten, durfte diese Person nur einen der beiden Fachschaftsräte wählen.3
Titelblatt der "Fachschaftsinfo FB 2" vom 06. Februar 1978
Quelle: NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 140.
Titelblatt der "Fachschaftsinfo FB 1" vom 25. Januar 1978
Quelle: NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 140.
Titelblatt der "Fachschaftsinfo FB 1" vom 08. November 1977
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 140.
Die Fachschaft bildet auch im gegenwärtigen Studienalltag häufig den ersten Anlaufpunkt für hilfesuchende Studierende. Wie heute vertrat sie die Studierenden in den 1970er-Jahren in den Gremien des Fachbereiches.4 Ähnlich wie die Hochschulgruppen beschäftigten sich auch die Fachschaften nicht nur mit fachbereichsspezifischen Themen. Dies zeigt zum Beispiel eine jeweils von den Fachschaften des Fachbereiches 1, 2, 3 und 6 herausgegebenen Zeitschriften, die sogenannten 'Fachschaftsinfos'. In diesen findet sich neben Informationen zu Prüfungsordnungen oder dem Vorlesungsverzeichnis auch ein Pressespiegel.5 Finanzieren konnten sich das die Fachschaften unter anderem durch Mittel, die ihnen im Haushalt des Allgemeine Studierendenausschusses zugeteilt wurden. Diese beliefen sich im Wintersemester 1977/78 etwa auf 7.500 DM, die den acht Fachschaften an der Universität Osnabrück proportional zu ihrer Studierendenzahl zugeteilt wurden.6
Flyer Fachschaftsvollversammlung Fachbereich 7, vermutlich vom 14. Juni 1978
Quelle: NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.
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Inhaltlich verantwortlich: Hannah Spille
[1] Vgl. o. A.: Vorläufige Satzung der Studentenschaft der Universität Osnabrück, in: Amtliches Mitteilungsblatt der Universität Osnabrück, 4. 1979, S. 79–80, hier § 4, Abs. 3, Satz 1–2.↩
[2] NLA OS, Dep. 103, Akz. 2009/050 Nr. 141.↩
[3] Vgl. o. A., Satzung 1979, § 4, Abs. 1.↩
[4] Vgl. NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 140.↩
[5] Vgl. NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162; NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 140.↩
[6] Vgl. NLA OS, Dep 103, Akz. 2009/050 Nr. 162.↩

