Kritische Reaktionen auf Studentenverbindungen an der Universität Osnabrück

Bis in die 1980er-Jahre hinein erregten die Verbindungen in Osnabrück eher weniger Aufsehen. Mit zunehmendem öffentlichen Auftreten und gezielten Werbeaktionen wuchsen jedoch auch die kritischen Reaktionen an der Universität. So berichtet der Unitas Sugambria von einem heftigen "Gegenwind aus Richtung der verfaßten Studentenschaft"1. Werbeaktionen seien gestört und Plakate auf dem Campus abgerissen worden. Hinzu kamen andauernde Diskussionen mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss und dem Fachschaftsrat der Rechtswissenschaften Der Unitas Sugambria fühlte sich ungerechtfertigterweise mit den Burschen- und Landsmannschaften gleichgesetzt.2 

  1. Weimann, Thomas: Die ersten Semester in Osnabrück, in: Ders./ Dirk Lüerßen (Hrsg.): W.k.St.V. Unitas Sugambria. Gestern, heute, morgen, Mülheim: Weimann presse & verlag 1999, S. 99–105, hier S. 104.

  2. Gleiches berichtet die AV Widukind. Siehe: Pfeffer, H.P.: 10 Jahre A.V. Widukind im CV zu Osnabrück, in: Philisterzirkel Wittekind/ Akademische Verbindung Widukind Osnabrück (Hrsg.): Festschrift anläßlich der gemeinsamen Jubiläumsfeier 85 Jahre CV-Philisterzirkel Wittekind zu Osnabrück, 10 Jahre AV Widukind im CV zu Osnabrück. 13.–15. Mai 1983, Osnabrück: Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen 1983, S. 67–72, hier S. 69.

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Kritische Zeitschrift des Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Osnabrück zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen
Quelle: NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41.

Allgemeiner Studierendenausschuss vs. Studentenverbindungen

Das stärkere öffentliche Auftreten der Studentenverbindungen und ihre Festigung in Osnabrück bewegte den Studierendenausschuss der Universität Ende der 80er Jahre dazu, sich in einer Sonderausgabe der Ausschusszeitung diesem Thema zu widmen. Dabei richtet sich die Kritik des Ausschusses grundsätzlich gegen die Institution des Korporationswesens. Die Verbindungen in Osnabrück werden lediglich auf einer Seite aufgelistet und ansonsten nicht weiter direkt erwähnt. Dennoch ist offensichtlich, dass sie als Teil des kritisierten Verbindungswesen implizit stets mitgedacht werden. Die Kritikpunkte reichten von den Traditionen der Studentenverbindungen bis hin zu zeitgenössischen gesellschaftlichen Fragen und spiegelten damit hauptsächlich die politischen und sozialen Auseinandersetzungen und Umbrüche jener Zeit wider. Dementsprechend kann als weiteres Motiv für die Herausgabe dieser Zeitung die steigende Aktivität von nationalistischen Gruppierungen in der Gesellschaft gesehen werden, zu denen der Studierendenausschuss ebenfalls die Studentenverbindungen zählte.3 

So beginnt die Sonderausgabe mit einem historischen Überblick der Korporationen, bei dem diese als seit jeher elitäre, antisemitische und völkische Gruppierungen dargestellt werden. Des Weiteren hebt der Text die Rolle der Korporationen am Scheitern der Weimarer Republik sowie dem Aufstieg des NS-Regimes hervor. Auch nach Gründung der Bundesrepublik sei der Kern der Korporationen weiterhin nationalistisch, völkisch und großdeutsch gesinnt.4 Daran anknüpfend wirft der Studierendenausschuss den Studentenverbindungen eine mangelnde Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte vor. So würden den neuen Mitgliedern nur die wichtigsten Eck- und Festdaten der Verbindung eingebläut, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung, wie das Verhältnis einiger Verbindungen zum Nationalsozialismus und ihre Anknüpfungspunkte zu rechten Ideologien, würde oft mit Schönfärberei übertüncht.5 

Die von den Verbindungen gepflegten Traditionen und Rituale werden als Vorwand für die Aufrechterhaltung hierarchischer Strukturen und die Durchsetzung von Machtverhältnissen angesehen, die nach Auffassung des Studierendenausschusses durchaus Züge von Demütigung und Erniedrigung aufweisen würden. Die strenge Hierarchie innerhalb der Verbindungen wird als Ausdruck eines autoritären Führungsstils gewertet, der von den Mitgliedern ein auf Gehorsam und Konformität ausgerichtetes Verhalten erwarte und es diesen anerziehe.6 

  1. Vgl. NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41.

  2. Vgl. ebd.

  3. Vgl. ebd.

  4. Vgl. ebd.

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Kritische Karikatur in der Ausgabe 'Die Elite der Nation bekennt Farbe'
Quelle: NLA OS, Dep 106, Akz. 29-1994 Nr. 41.

Weiterhin beurteilt der Studierendenausschuss die Verbindungen als Gruppierungen, in denen konservative und elitäre Einstellungen vorherrschen würden. Ihnen wird vorgeworfen, sich für die Festigung der bestehenden Machtverhältnisse einzusetzen, in denen sie sich selbst als Teil der gesellschaftlichen Elite betrachteten. Die Kritik zielt darauf ab, die Verbindungen als Teil eines Systems zu entlarven, das soziale Ungleichheit aufrechterhält und von ihr profitiert.7  So sei das "natur- oder gottgegebene Oben und Unten, in dem die Vorsehung der Oberen die Zukunft der Unteren bestimmt"8, in der Ideenwelt der Korporationen allgegenwärtig. Hierbei spielten die Seilschaften innerhalb der Verbindungen eine bedeutende Rolle. Die Studentenverbindungen werden als eng verwobene Netzwerke angesehen, die ihren Mitgliedern den Zugang zu Wirtschaft und Politik erleichterten. Durch die Vermittlung von Kontakten und die gegenseitige Unterstützung würden Mitglieder der Korporationen bevorzugt behandelt werden. Dies wird vom Studierendenausschuss als Form der Vetternwirtschaft und Ausdruck einer elitären Haltung kritisiert.9 

In der Sonderausgabe wurden insbesondere Burschenschaften mit rechtsextremen Tendenzen und Ausländerfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Ein Beitrag macht auf mögliche Verflechtungen von Burschenschaften zu Organisationen wie dem als neofaschistisch bezeichneten Ring Freiheitlicher Studenten oder revanchistischen Vertriebenenverbänden wie dem Bund der Vertriebenen aufmerksam.10 Der Studierendenausschuss zeichnet damit Burschenschaften grundsätzlich als Teil eines rechten Netzwerkes, in welchem der "alte deutsche Eroberungsgedanke und Expansionismus"11 wachgehalten werde.

Der Ausschluss von Frauen aus den meisten Verbindungen wurde aus feministischer Perspektive als Ausdruck einer patriarchalischen und diskriminierenden Haltung gewertet. Die Verbindungen werden in der Sonderausgabe der Studierendenausschuss-Zeitung als Bünde angesehen, die ein exklusives und geschlossenes Umfeld für Männer schaffen würden, was als anachronistisch und nicht mit den Gleichberechtigungsbestrebungen der Frauenbewegung vereinbar sei. Das Aufkommen weiblicher Studentenverbindungen wird daher als "die von Frauen weitergeführte geistige Inzucht der männlichen Korporierten" bezeichnet, wodurch sie die "reaktionäre[n] Strukturen einer Gesellschaft des Patriarchats"12 reproduzieren würden.

  1. Vgl. ebd.

  2. Ebd.

  3. Vgl. ebd.

  4. Vgl. NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41; Heither, Dietrich: Verbündete Männer. Die Deutsche Burschenschaft. Weltanschauung, Politik und Brauchtum, Köln: PapyRossa 2000, S. 267; Schröder, Helmut/ Jelpke, Ulla: Bund der Vertriebenen. Für ein Deutschland in den Grenzen von 1937, 1938, 1939 ..., in: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (Antifa Edition). Berlin: Elefanten Press 1996, S. 346–350, hier S. 348;
    Nach dem Sozialwissenschaftler Schäfer, Gerhard: Vom Tiefschlaf zur nationalen Euphorie. 1969 bis heute, in: Ludwig Elm/ Dietrich Heither/ Gerhard Schäfer (Hrsg.): Füxe, Burschen, Alte Herren. Studentische Korporationen vom Wartburgfest bis heute. Köln: PapyRossa 1992, S. 220–284, hier S. 261 gebe es insbesondere bei dem Dachverband 'Deutsche Burschenschaft' eine Neigung "zur politischen Rechten, die in einigen Verbindungen bis zur extremen Rechten des neofaschistischen Spektrums reicht." Zwar sei zu Beginn der 1990er-Jahre eine generelle Einordnung des Dachverbandes als rechtsextrem aufgrund der noch nicht abgeschlossenen internen Differenzierungsprozesse unangebracht, allerdings gebe "eine qualifizierte Minderheit von Burschenschaftern mit einem zur Neuen Rechten, z.T. zur neofaschistischen Szene hin offenen Politikkonzept" die Richtung der politischen Verbandslinie an, "deren Gefährlichkeit aus dem elitären Führungsanspruch für Wirtschaft, Staat, Politik und Gesellschaft erwächst." (ebd., S. 269–270).

  5. NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41.

  6. Ebd.

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Schriftzug der Initative Anarcho Randalia!
Quelle: Anarcho Randalia!: Festschrift zum 201. Stiftungsfest am 26.06.1992. Osnabrück: 1992.

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Logo der Initiative Anarcho Randalia!
Quelle: Anarcho Randalia!: Festschrift zum 201. Stiftungsfest am 26.06.1992. Osnabrück: 1992.

Osnabrücks Satire-Verbindung Anarcho Randalia

Als weitere Reaktion auf die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Studierendenschaft mit den Osnabrücker Verbindungen lässt sich die Gründung der Initiative 'Werfende Verbindung Anarcho Randalia zu Osnabrück von 1791' (AR!) betrachten. Sie war eine verbindungskritische Gruppierung an der Universität mit einer hanvoll Mitglieder, die sich selbst als fiktive Studentenverbindung präsentierte, um das Verbindungswesen mit humoristischen Mitteln zu karikieren. So trug zum Beispiel der Fuxmajor anstelle eines echten Fuchsschwanzes ein Sägeblatt an der Mütze und statt der üblichen Schläger wurden Pappschwerter am Gürtel getragen. Ihre Hauptaufgabe sah die AR! allerdings in der politischen Aufklärung.

Gegründet wurde die Gruppierung im Jahre 1992 von Peter Schulz-Oberschelp und Lisa Böhne. Beide begannen ihr Studium an der Universität Osnabrück im Wintersemester 1983. Während der gelernte Schlosser Schulz-Oberschelp Volkswirtschaft studierte, entschied sich Böhne für das Fach Pädagogik. Schulz-Oberschelp, der bereits zwischen 1973 und 1976 im Kommunistischen Bund Westdeutschlands aktiv gewesen ist, engagierte sich in seinem Fachbereich und wurde so in das Studierendenparlament gewählt. Mitte der 1980er-Jahre war er ein Jahr lang dessen Präsident. Obwohl er sein Studium 1989/90 erfolgreich beendete, blieb er weiterhin an der Universität eingeschrieben und zog eine Promotion in Erwägung. Er beteiligte sich darüber hinaus an der studentischen Gruppierung, die in den 1990er-Jahren an der Errichtung der Gedenkstätte Gestapokeller im Westflügel des Schlosses arbeitete.13 

  1. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Bundeszentrale für politische Bildung: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück e.V., URL: https://www.bpb.de/themen/holocaust/erinnerungsorte/503035/gedenkstaette-gestapokeller-im-schloss-osnabrueck-e-v/ (abgerufen am: 28.10.2024).

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Gründungsfestschrift der Anarcho Randalia!
Quelle: Anarcho Randalia!: Festschrift zum 201. Stiftungsfest am 26.06.1992. Osnabrück: 1992.

Politische Aufklärungsarbeit

In einer fingierten Festschrift, die in ihrer Aufmachung den Festschriften von Studentenverbindungen nachempfunden ist, fand das offizielle 'Stiftungsfest' der AR! am 26. Juni 1992 beim Rubbenbruchsee in Osnabrück statt.14 Mit der in ihrem Namen getragenen Jahreszahl nimmt die Gruppierung Bezug auf die französische Revolution von 1791, um ein republikanisches Selbstverständnis zu propagieren, zum anderen stilisiert sich die AR! mit diesem Gründungsdatum als älteres und traditionsreicheres Gegenstück zum Dachverband Deutsche Burschenschaft. Einen ähnlichen Zweck verfolgt der Dinosaurier als Wappentier im Logo der Gruppierung.15 In einem Interview erklärte Schulz-Oberschelp über die Ziele der Gruppierung: "Was wir wollten, war natürlich deutlich zu machen, was bestimmte Verbindungen so treiben und welche gesellschaftliche Relevanz sie haben."16 Aufklärungsarbeit wurde bereits 1993 in der AR!-Broschüre ICH WAR / BIN DABEI zum zentralen Ziel erklärt. Die Gruppierung kritisiert darin, dass das Verbindungswesen seine "Machtansprüche über einen selbst ernannten Elitestatus" geltend mache und durch "Seilschaften, über Beziehungen und die Einübung von 'Tugenden' ihre Mitglieder in Staat, Wirtschaft, Kirche, Universitäten und Verbände hievt", um hiermit "auch in Zukunft in alle wichtigen gesellschaftlichen Positionen 'national gesinnte Persönlichkeiten' zu schicken (so der neue Bundesinnenminister und Corpsstudent Kanther laut der Oberhessischen Presse [...])"17 Auf die Aussage Kanthers Bezug nehmend erklärte die AR! 1996, ihre Absicht sei es, "in der Zukunft immer weniger und zum Schluß keine national gesinnten Menschen mehr zu haben. Die Berufe sind dabei gleichgültig."18 Hierzu befragt fügt Schulz-Oberschelp heute hinzu, dass mit der Formulierung 'national gesinnt' im Grunde 'nationalistisch' gemeint sei. Man habe sich also dafür einsetzen wollen, dass es keine nationalistischen Positionen in der Gesellschaft mehr gebe.19 Gleichzeitig gab man sich in der Satzung von 1992 das Ziel, den "Anachronismus der sogenannten studentischen Verbindungen"20 sichtbar zu machen.

  1. Vgl. Anarcho Randalia: Festschrift zum 201. Stiftungsfest am 26.06.1992. Osnabrück: 1992; Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia, Pudding in Uniform oder "Wenn Burschen zu sehr zittern ...", in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 3. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_3/COBURG.htm#Pudding (abgerufem am: 28.10.2024).

  2. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia, Pudding 1997.

  3. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

  4. Anarcho Randalia: Ich war/bin dabei. Zu Risiken und Nebenwirkungen von studentischen Verbindungen fragen Sie Anarcho Randalia! Werfende Verbindung zu Osnabrück von 1791, Osnabrück: 1993, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/brosche/ (abgerufen am: 28.10.2024).

  5. NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 3.

  6. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

  7. Anarcho Randalia, Festschrift 1992, S. VII.

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Aufklärungsbroschüre Ich war/bin dabei
Quelle: Anarcho Randalia!: Ich war/bin dabei. Zu Risiken und Nebenwirkungen von studentischen Verbindungen fragen Sie Anarcho Randalia! Werfende Verbindung Osnabrück von 1791. Osnabrück: 1993.

Ihre Aufklärungsarbeit setzte die Gruppierung mit dem Film 'BURSCHEN RECHTS SCHWENKT MARSCH' von 1994 fort, der sich kritisch mit der politischen Ausrichtung und den Traditionen von Studentenverbindungen auseinandersetzt.21 Für ihre Arbeit bemühte sich die AR! um finanzielle Unterstützung, wie mehrere Förderanfragen und -anträgen an das Studierendenparlament der Universität Osnabrück zeigen. Im Jahr 1996 wurde beispielsweise ein Antrag auf Förderung in Höhe von 4.000 DM gestellt, wovon 3.000 DM bewilligt wurden.22 Die AR! arbeitete stets eng mit anderen Gruppen wie den Studierendenausschüssen und Antifaschistische Aktionen in Osnabrück, Siegen und Marburg oder der Osnabrücker Linken Hochschulgruppe zusammen und wurde auch überregional bekannt.23 So fand im November 1995 eine Veranstaltung zum Thema Studentenverbindungen an der Ruhr-Universität Bochum statt, bei der die Gruppierung ihren Film präsentierte und einen Vortrag hielt, 1996 sprach die AR! bei der Radiosendung 'Das zarte Ohr' (Raum Bochum) über das Thema.24 In Osnabrück versuchte man insbesondere zu Beginn der Wintersemester durch kleinere Aktionen und Infostände über die Studentenverbindungen kritisch zu informieren oder die von den Verbindungen öffentlich angekündigten Veranstaltungen zu besuchen, um dort die eigenen Positionen vorzutragen.25 

Seit 1995 veröffentlichte Anarcho Randalia die Zeitschrift 'Burschen Raus!', die eine allgemeine Kritik an das Verbindungswesen richtete. Im Zentrum der Kritik stehen die oft undurchsichtigen Netzwerke innerhalb dieser Verbindungen, die als Seilschaften bezeichnet werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik liegt auf den augenscheinlichen Kontakten einiger Verbindungen, insbesondere der Schlagenden und der Burschenschaften, zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Ideologien. Burschen Raus! weist hier auf Verbindungen verschiedener Korporationen zu Organisationen am rechten Rand des politischen Spektrums hin. Die Zeitschrift wirft Studentenverbindungen darüber hinaus vor, ein anachronistisches Geschichtsbild zu pflegen und traditionelle Rituale wie die Mensur aufrechtzuerhalten, die mit einem progressiven Gesellschaftsverständnis unvereinbar seien.26

Anders als die Zeitschrift des Studierendenausschusses setzte sich die AR! explizit mit den Studentenverbindungen in Osnabrück auseinander. Dabei richtete sich das Gros der Kritik vor allem an die schlagenden Verbindungen, also die Landsmannschaft Marchia und die Burschenschaft Arkadia.27 Den übrigen Studentenverbindungen in Osnabrück wurde mangelnde Distanzierung zu diesen Korporationen sowie das Abhalten von überkorporativen Veranstaltungen vorgeworfen. Weiterhin wird auf den antisemitischen Ursprung des Verbands Deutscher Studenten, der seit 1993 ebenfalls in Osnabrück vertreten war,28 oder die Vernetzung von Mitgliedern des Osnabrücker Stadtrats zum Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen hingewiesen.29 Dennoch zeigte sich die AR! bei den nichtschlagenden Verbindungen dialogbereit und nahm beispielsweise die Einladungen des Osnabrücker Wingolfs und der AV Widukind für einen Besuch auf das Verbindungshaus an. Bei der Marchia und der Arkadia wurden solche Treffen als sinnlos erachtet.30 

  1. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 1.

  2. Vgl. NLA OS, Dep 106. Akz. 2007/013 Nr. 1.

  3. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

  4. Vgl. AStA der Ruhruni Bochum: Burschenschaften, Bochum, 29.11.1995, in: Google Groups, URL: https://groups.google.com/g/de.soc.studium/c/pIVJDmpdEHE/m/NKLrso4PZiAJ (abgerufen am: 31.05.2025); Das zarte Ohr: Korrektur. Das zarte Ohr, 08.09.1996, in: Google Groups URL: https://groups.google.com/g/witten.kultur/c/hT4jlKteOD8 (abgerufen am: 31.05.2025).

  5. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia: 125 Jahre Marchia Berlin. Dichtung und Wahrheit, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 1. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/fest.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

  6. Vgl. Anarcho Randalia: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Osnabrück: 1995–1999.

  7. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

  8. Der am 09. Dezember 1880 in Berlin gegründete Verein Deutscher Studenten setzte sich während des sogenannten 'Berliner Antisemitismusstreits' für die Verbreitung der Antisemitenpetition ein, welche unter anderem das Verbot beziehungsweise die Eindämmung der Immigration ausländischer Jüdinnen und Juden sowie den Ausschluss aller Jüdinnen und Juden aus obrigkeitlichen Stellungen forderte. Anarcho Randalia weist dahingehend auf das Gründungsdatum des VDSt Osnabrücks am 09. Dezember 1993 hin. Siehe: Anarcho Randalia: Eine Verbindung mit Tradition, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 2. 1996, S. 11; Jarausch, Konrad H.: Deutsche Studenten. 1800–1970 (Edition Suhrkamp, Bd. 258), Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 85–86; Jacobs, Melanie: Studentischer Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich, in: Peter Hayes/ Jean El Gammal (Hrsg.): Universitätskulturen (Frankreich-Forum, Bd. 11), Bielefeld: transcript 2012, S. 103–125, hier S. 111–112; Heiter, Dietrich/ Schäfer, Gerhard: Studentenverbindungen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus, in: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (Antifa Edition), Berlin: Elefanten Press 1996, S. 865–884, hier S. 870. Die Petition lässt sich online einsehen: O. A.: Aktenstücke in Sachen der Judenfrage, in: Der Reichsbote, 8. 1880, H. 269, S. 1, URL: https://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document.cfm?document_id=1801 (abgerufen am: 31.05.2025).

  9. Vgl. Anarcho Randalia: Was macht eigentlich der CV in Osnabrück?, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 2. 1996, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_2/br2.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

  10. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

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Semesterzeitschrift der Anarcho Randalia!
Quelle: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1978.

So berichtete Burschen Raus! beispielsweise kritisch darüber, dass Mitglieder der Arkadia und der Marchia dem als rechtspopulistisch bezeichneten 'Bund Freier Bürger' beitraten und sich 1996 zur Wahl für den Osnabrücker Stadtrat aufstellten.31 Ein Mitglied der Arkadia war zeitweise sogar im Bundesvorstand.32 Weiterhin bot die Arkadia in ihrem Programm für das Sommersemester 1998 einen Vortrag mit Dr. Heiner Kappel an,33 der laut Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen wegen Kontakten zu rechtsextremen Kreisen zum Ende seiner Mitgliedschaft in der FDP umstritten war.34 Nach seinem Austritt aus der FDP gründete Kappel die 'Offensive für Deutschland', welche sich 1998 mit dem Bund Freier Bürger zusammenschloss. Zwischen dem Vorsitzenden des Bunds Freier Bürger, Manfred Brunner, und Kappel kam es bald zum Konflikt, da letzterer eine stärkere Öffnung der Partei nach rechtsaußen forcieren wollte. Nach dem Austritt Brunners Anfang 1999 sollte sich der Bund Freier Bürger unter dem Vorsitz Kappels radikalisieren, sodass er 1999 und 2000 im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzbericht unter den rechtsextremistischen Parteien aufgeführt wurde.35  Auch der niedersächsische Verfassungsschutz bemerkte 2003, dass der Bund Freier Bürger nach der Fusion mit Kappels Offensive für Deutschland "zunehmend rechtsextremistische Elemente, insbesondere in der Agitation gegen Ausländer"36 enthalten habe.


1997 standen die Osnabrücker Studentenverbindungen, insbesondere die beiden schlagenden Verbindungen, negativ im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Ausgelöst wurde dies durch Berichte, laut denen im Haus der Burschenschaft Arkadia das nationalsozialistische Horst-Wessel-Lied gesungen und rechte Sprüche getätigt wurden. Gemeldet wurde dieser Vorfall von einer anwesenden Studentin, die ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Christlich Deutsche Studentenverbindung Teutoburg-Lage war.37 Der Landesverband der Jüdischen Gemeinde Niedersachsen erstattete daraufhin Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die gegen einzelne Mitglieder der Arkadia und ihre Gäste (Mitglieder anderer Burschenschaften) ermittelte. Obwohl der zuständige Staatsanwalt nach monatelangen Ermittlungen davon ausging, dass das Lied tatsächlich gesungen worden sei, kam es zu keinem Gerichtsverfahren, da es sich bei der Veranstaltung auf dem Haus der Arkaden um einen privaten und keinen öffentlichen Raum handelte.38  Auch von Seiten der Universität wurde schnell Stellung bezogen: Noch am 31. März 1997 erging eine Pressemitteilung, in der die lückenlose Aufklärung der Vorfälle gefordert wurde. Ebenso appellierten sie an alle Studierenden der Universität, "sich von rechtsradikalem Ungeist weder anstecken noch einschüchtern zu lassen, sondern aktiv gegen Neonazismus aufzutreten"39. Der Altherrenverband der Burschenschaft Arkadia wies die Vorwürfe gegen seine Mitglieder zurück, man distanziere sich von nationalsozialistischen und rechtsextremistischen Gesinnungen. Welche Gespräche im Einzelnen stattfanden, ließe sich jedoch nicht nachvollziehen.40  Als zusätzlich zu den Ereignissen im Haus der Arkaden bekannt wurde, dass die Landsmannschaft Marchia bei ihrem 125. Stiftungsfest im Jahr 1997 das Deutschlandlied in allen drei Strophen sang,41 berichtete Burschen Raus! ebenfalls kritisch und unterstellte der Marchia eine nationalistische Gesinnung, die von Seiten der Studentenverbindung vehement dementiert wurde.


Nachdem bei einem gemeinsamen Kommers der Landsmannschaft Marchia, AV Widukind und des VDSt Osnabrück im November 1997 von einigen Anwesenden erneut die erste Strophe des Deutschlandlieds zu hören war,42 forderte das Studierendenparlament der Universität am 28. November die übrigen Verbindungen auf, sich von den schlagenden Korporationen zu distanzieren und zukünftig gemeinsame Aktionen zu unterlassen. So seien die Gesänge auf den Häusern der Arkadia und Marchia "Ausdruck gemeinsamer politischer Ansichten, deren Geist eigentlich längst überwunden schien."43 Die Stadtverantwortlichen konnten die Angelegenheit nicht länger ignorieren, im Dezember 1997 luden sie daher zu einer Podiumsdiskussion, an der jedoch nur Vertreter des Unitas Sugambria sowie der VDSt Osnabrück teilnahmen.44 Im Februar 1998 entschied sich der Stadtrat schließlich, allen Mitgliedsverbindungen der Dachverbände Deutsche Burschenschaft und Coburger Convent den offiziellen Empfang im Rathaus zukünftig zu untersagen. Hierzu gehörten ebenfalls die schlagenden Verbindungen Arkadia und Marchia.45 Laut dem Stadtrat lägen die Verfassung beziehungsweise das öffentliche Auftreten dieser Dachverbände die Vermutung nahe, "daß sie in ihren Reihen die Propagierung rechtsextremistischen Gedankenguts zumindest dulden"46. Unterdessen wehrte sich die Marchia gegen das Vorgehen des Stadtrates und der Medien. So habe die Verbindung laut eines Mitgliedes mehrere Briefe an den Universitätspräsidenten, den Oberbürgermeister und die NOZ geschrieben. Auch habe er wegen des Vorwurfs der Kriegsverherrlichung und rechtsextremistischer Ziele eine Strafanzeige gegen die SPD-Fraktionsvorsitzende erstattet. Nach seiner Auffassung hätte "hier eine Hexenjagd statt[gefunden], die einen stark an unsere Geschichte erinnert (klingt hart, ist aber leider so)!"47 


Das Singen des Deutschlandlieds rief unter den Verbindungen gemischte Reaktionen hervor, wie ein Beitrag in den Burschenschaftlichen Blättern aus dem Jahr 1992 zeigt. Mit dem Akademischen Altherrenring existierte in Osnabrück eine überkorporative Vereinigung, die sich aus Mitgliedern verschiedener Verbindungen zusammensetzte und Kommerse feierte. Da der Vorstand dieser Vereinigung jedes Jahr wechselte, kam es wiederholt zu Streitigkeiten bezüglich der Durchführung dieser gemeinsamen Veranstaltungen. So hätten unterschiedliche Auffassungen über das Absingen des Deutschlandlieds dazu geführt, dass einzelne Teilnehmer die Veranstaltung verlassen hätten, wenn alle drei Strophen gesungen wurden. Als der Vorsitzende bei einem Kommers das Deutschlandlied mit allen drei Strophen als Nationalhymne ankündigte, haben beispielsweise die Chargierten eines Verbandes die Tribüne verlassen, wodurch, laut Meinung des Verfassers, ein "unwürdiges Bild" entstanden sei, welches "die angestrebte akademische Zusammengehörigkeit, besonders angesichts der zahlreichen geladenen Ehrengäste und der vertretenen Öffentlichkeit von neuem ins Zwielicht rückte."48 Um weitere Zwiste zu vermeiden, entschied die Vereinigung Alter Burschenschafter Osnabrück während ihres Vorsitzes 1991 bei der gemeinsamen Veranstaltung nur noch die dritte Strophe des Deutschlandlieds zu singen, obwohl sie als Burschenschafter das Lied der Deutschen "mit allen drei Strophen, auch gerne als Nationalhymne"49 singen würden. In der Podiumsdiskussion vor dem Stadtrat im Dezember 1997 gab der Unitas Sugambria ebenfalls an, sich von der Landsmannschaft Marchia distanziert zu haben, da es dort seit längerem üblich sei, das Deutschlandlied mit allen drei Strophen zu singen.50 

  1. Bevor sie beim Bund Freier Bürger aktiv wurden, hatten sich einige Mitglieder dieser Studentenverbindungen in der Hochschulgruppe Schluß Jetzt! (ab 1994 Konstruktive Alternative) hochschulpolitisch im Studierendenparlament engagiert. Siehe: Anarcho Randalia: Sie kandidieren zum Osnabrücker Stadtrat!, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe, 1. 1996, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_sn/brsn.htm#kandid (abgerufen am: 28.10.2024).
    Schluß Jetzt! war im Wintersemester 1993/94 mit zwei Sitzen im StuPa vertreten. Die Konstruktive Alternative brachte es Wintersemester 1994/95 auf einen Sitz. Siehe: NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 4; NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 5.
    Der Politikwissenschaftler Frank Decker ordnete den Bund Freier Bürger zwar als rechtspopulistisch, allerdings gemäßigter als Die Republikaner oder gar die rechtsextreme Deutsche Volksunion ein. Siehe: Decker, Über das Scheitern des neuen Rechtspopulismus in Deutschland. Republikaner, Statt-Partei und der Bund Freier Bürger, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 29. 2000, H. 2, S. 237–256, hier S. 238, 251–252; Decker, Rechtspopulismus in der Bundesrepublik Deutschland. Die Schill-Partei, in: Nikolaus Werz (Hrsg.): Populismus. Populisten in Übersee und Europa (Analysen, Bd. 79), Wiesbaden: Springer Fachmedien 2003, S. 223–242, hier S. 223; Decker, Frank/ Hartleb, Florian: Populismus auf schwierigem Terrain. Die rechten und linken Herausfordererparteien in der Bundesrepublik, in: Frank Decker, Frank (Hg.): Populismus. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006, S. 191–215, hier S. 191; Decker, Frank/ Hartleb, Florian: Bund Freier Bürger (BFB), in: Frank Decker/ Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien, Wiesbaden: Springer VS 2018, S. 237–241, hier S. 239–240.

  2. Vgl. Anarcho Randalia, Stadtrat 1996; Kellershohn, Helmut: Das Doppelspiel der Jungen Freiheit am Beispiel der Hohmann-Affäre, in: Stephan Braun/ Daniel Hörsch (Hrsg.): Rechte Netzwerke. Eine Gefahr, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 79–94, hier S. 84.

  3. Vgl. Basta (Interessenvertretung der Liste Regenbogen an der Universität Osnabrück): Heiner Kappel bei Arkadia Mittweida umzu Osnabrück. Flugblatt vom 28.6.98, in: Burschen Raus, 5. 1998, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_5/kappel.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

  4. Vgl. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 1999, Düsseldorf: 1999, S. 74.

  5. Vgl. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 1999, Düsseldorf: 1999, S. 74–77 ; Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 2000, Düsseldorf: 2000, S. 65; Decker, Scheitern 2000, S. 250–251; Decker/ Hartleb, Bund 2018, S. 238–240.

  6. Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Niedersachsen von 2003, S. 59.

  7. Vgl. Hofmann, Carolin: Braune 'Kneipe'. Eine Studentin deckt den Rechtsradikalismus der Burschenschaft Arkadia Mittweida auf, in: Stadtblatt Osnabrück, 7. 1997, S. 28.

  8. Vgl. Anarcho Randalia, Info zu Arkadia Mittweida April 1997, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe, 2. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_extra/brex.htm#Anarcho%20Randalia!%20Info%20zu (abgerufen am: 28.10.2024); Anarcho Randalia, An ihren Liedern sollt ihr sie erkennen. Sangesfreudige Burschen in Osnabrück, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/saenger.htm (abgerufen am: 28.10.2024); Anarcho Randalia, Zwischenbilanz zu den sangesfreudigen Arkaden aus Osnabrück, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_5/zwischenbilanz.htm (abgerufen am: 28.10.2024); Heither, Männer 2000, S. 366.

  9. NLA OS, Dep 103, Akz. 2012/040 Nr. 1.

  10. Vgl. O. A.: Arkadia weist Vorwürfe entschieden zurück, in: Neue Osnabrücker Zeitung, 01.04.1997, S. 11.

  11. Schon 1995 hat sich ein Mitglied der Landsmannschaft Marchia in der innerverbandlichen Auseinandersetzung ihres Dachverbandes (Coburger Convent) für das Singen des Deutschlandlieds mit allen drei Strophen ausgesprochen. Siehe: Anarcho Randalia, Liedern 1997; Anarcho Randalia, "Von der Maas bis an die Memel…", in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe. 1996, S. 3.
    In diesem Zusammenhang ist ebenfalls interessant, dass der Gesamtdeutsche Studentenverband (GDS) im November 1987 ein gemeinsam mit der Landsmannschaft Marchia organisiertes Seminar über die Geschichte von deutschen Bevölkerungsgruppen in Ost- und Südosteuropa veranstaltete. Hierbei hielt der ehemalige Generalsekretär des Bunds der Vertriebenen, Klas Lackschewitz, einen Vortrag. Der Beitrag endet mit den Worten: "Dieses Seminar versuchte, einen großen Überblick über die Volksdeutschen im Südosten zu geben. Die seelischen Nöte, der innere und äußere Kampf um den völkischen Bestand aber lassen sich nur schwer darstellen." Siehe: GDS-Pressereferat: Volksgruppenseminar in Osnabrück, in: Burschenschaftliche Blätter, 103. 1988, H. 2, S. 54.

  12. Vgl. Anarcho Randalia, Liedern 1997; Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997; Anarcho Randalia: Schmierenjournalismus!, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Beilage, 4. 1997.

  13. Beschluss des Osnabrücker Uni- Studierenden- Parlaments vom 28.11.97. Zitiert nach: Anarcho Randalia: Beschluss des Osnabrücker Uni- Studierenden- Parlaments vom 28.11.97, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/resolut1.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

  14. Vgl. Anarcho Randalia, Schmierenjournalismus 1997; Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997.

  15. Vgl. Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997.

  16. Stadt Osnabrück: Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Osnabrück am Dienstag, dem 3. Februar 1998, 16.00 Uhr, Rathaus, Ratssitzungssaal. Osnabrück: 1998, S. 18.

  17. Gnad, Hannes: Stadtrat Osnabrueck gegen Verbindungen, in: Google Groups, URL: https://groups.google.com/g/de.soc.studium.verbindungen/c/q-NvIBpzWS0/m/Hn4ns0d9ZHIJ (abgerufen am: 31.05.2025).

  18. Menkens, Hans: Osnabrück. Akademischer Altherrenring, in: Burschenschaftliche Blätter, 107. 1992, H. 1, S. 12.

  19. Ebd.

Aufklärungsflyer mehrerer linker (Hochschul-)Organisationen in Anlehnung an die Arbeit der Anarcho Randalia!
Quelle: Hochschulgruppe die kleine Strolche (u.a.): Burschen raus! Osnabrück 2004.

Das Ende der Anarcho Randalia!
So aufsehenerregend die Arbeit der Anarcho Randalia! auch war, so still und heimlich ging die Satire-Verbindung schließlich auseinander. Um 1999 war das Projekt der Gedenkstätte Gestapokeller an der Universität auf den Weg gebracht und jedes Mitglied der Anarcho ging seinen eigenen Weg, sodass sich die Initiative langsam im Sande verlief.52 Es ist also genau der Prozess eingetreten, den die Anarcho drei Jahre zuvor beschrieben hatte: "Der Vorteil der Korporationen besteht unser [sic!] Meinung nach hauptsächlich in ihrer Kontinuität. Während Menschen, die sich kritisch mit dieser 'Erscheinung' auseinandersetzen, nach dem Studium die Uni verlassen und das Thema nicht mehr bearbeiten, können Korporationen über Alte Herren und Junge Füchse ihren Kram immer wieder auf's neue [sic!] verbraten. Gewonnene Erkenntnise [sic!] über Korporationen gehen so immer wieder verloren, müssen neu 'erarbeitet' werden, das Wissen über die Herrschaften dreht sich sozusagen im Kreis. Anarcho Randalia hat das Ziel, diesen Kreis zu durchbrechen."53 Auch wenn es ihnen freilich nicht gelang dieses Ziel zu erfüllen, so haben 2004 zumindest einige Gruppierungen an der Universität einen korporationskritischen Flyer erarbeitet und mit dem Titel Burschen Raus! womöglich der Werfenden Verbindung Anarcho Randalia zu Osnabrück gedacht.54 

  1. Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

  2. NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 3.

  3. Vgl. Hochschulgruppe Die kleine Strolche et al.: Burschen Raus! Osnabrück: 2004.

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Inhaltlich verantwortlich: David Schober

[1] Weimann, Thomas: Die ersten Semester in Osnabrück, in: Ders./ Dirk Lüerßen (Hrsg.): W.k.St.V. Unitas Sugambria. Gestern, heute, morgen, Mülheim: Weimann presse & verlag 1999, S. 99–105, hier S. 104.

[2] Gleiches berichtet die AV Widukind. Siehe: Pfeffer, H.P.: 10 Jahre A.V. Widukind im CV zu Osnabrück, in: Philisterzirkel Wittekind/ Akademische Verbindung Widukind Osnabrück (Hrsg.): Festschrift anläßlich der gemeinsamen Jubiläumsfeier 85 Jahre CV-Philisterzirkel Wittekind zu Osnabrück, 10 Jahre AV Widukind im CV zu Osnabrück. 13.–15. Mai 1983, Osnabrück: Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen 1983, S. 67–72, hier S. 69.

[3] Vgl. NLA OS, Dep. 106, Akz. 29/1994 Nr. 41.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. ebd.

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. ebd.

[8] Ebd.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41; Heither, Dietrich: Verbündete Männer. Die Deutsche Burschenschaft. Weltanschauung, Politik und Brauchtum, Köln: PapyRossa 2000, S. 267; Schröder, Helmut/ Jelpke, Ulla: Bund der Vertriebenen. Für ein Deutschland in den Grenzen von 1937, 1938, 1939 ..., in: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (Antifa Edition). Berlin: Elefanten Press 1996, S. 346–350, hier S. 348;
Nach dem Sozialwissenschaftler Schäfer, Gerhard: Vom Tiefschlaf zur nationalen Euphorie. 1969 bis heute, in: Ludwig Elm/ Dietrich Heither/ Gerhard Schäfer (Hrsg.): Füxe, Burschen, Alte Herren. Studentische Korporationen vom Wartburgfest bis heute. Köln: PapyRossa 1992, S. 220–284, hier S. 261 gebe es insbesondere bei dem Dachverband 'Deutsche Burschenschaft' eine Neigung "zur politischen Rechten, die in einigen Verbindungen bis zur extremen Rechten des neofaschistischen Spektrums reicht." Zwar sei zu Beginn der 1990er-Jahre eine generelle Einordnung des Dachverbandes als rechtsextrem aufgrund der noch nicht abgeschlossenen internen Differenzierungsprozesse unangebracht, allerdings gebe "eine qualifizierte Minderheit von Burschenschaftern mit einem zur Neuen Rechten, z.T. zur neofaschistischen Szene hin offenen Politikkonzept" die Richtung der politischen Verbandslinie an, "deren Gefährlichkeit aus dem elitären Führungsanspruch für Wirtschaft, Staat, Politik und Gesellschaft erwächst." (ebd., S. 269–270).

[11] NLA OS, Dep 106, Akz. 29/1994 Nr. 41.

[12] Ebd.

[13] Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Bundeszentrale für politische Bildung: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück e.V., URL: https://www.bpb.de/themen/holocaust/erinnerungsorte/503035/gedenkstaette-gestapokeller-im-schloss-osnabrueck-e-v/ (abgerufen am: 28.10.2024).

[14] Vgl. Anarcho Randalia: Festschrift zum 201. Stiftungsfest am 26.06.1992. Osnabrück: 1992; Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia, Pudding in Uniform oder "Wenn Burschen zu sehr zittern ...", in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 3. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_3/COBURG.htm#Pudding (abgerufem am: 28.10.2024).

[15] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia, Pudding 1997.

[16] Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

[17] Anarcho Randalia: Ich war/bin dabei. Zu Risiken und Nebenwirkungen von studentischen Verbindungen fragen Sie Anarcho Randalia! Werfende Verbindung zu Osnabrück von 1791, Osnabrück: 1993, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/brosche/ (abgerufen am: 28.10.2024).

[18] NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 3.

[19] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

[20] Anarcho Randalia, Festschrift 1992, S. VII.

[21] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 1.

[22] Vgl. NLA OS, Dep 106. Akz. 2007/013 Nr. 1.

[23] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

[24] Vgl. AStA der Ruhruni Bochum: Burschenschaften, Bochum, 29.11.1995, in: Google Groups, URL: https://groups.google.com/g/de.soc.studium/c/pIVJDmpdEHE/m/NKLrso4PZiAJ (abgerufen am: 31.05.2025); Das zarte Ohr: Korrektur. Das zarte Ohr, 08.09.1996, in: Google Groups, URL: https://groups.google.com/g/witten.kultur/c/hT4jlKteOD8 (abgerufen am: 31.05.2025).

[25] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024; Anarcho Randalia: 125 Jahre Marchia Berlin. Dichtung und Wahrheit, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 1. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/fest.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

[26] Vgl. Anarcho Randalia: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Osnabrück: 1995–1999.

[27] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

[28] Der am 09. Dezember 1880 in Berlin gegründete Verein Deutscher Studenten setzte sich während des sogenannten 'Berliner Antisemitismusstreits' für die Verbreitung der Antisemitenpetition ein, welche unter anderem das Verbot beziehungsweise die Eindämmung der Immigration ausländischer Jüdinnen und Juden sowie den Ausschluss aller Jüdinnen und Juden aus obrigkeitlichen Stellungen forderte. Anarcho Randalia weist dahingehend auf das Gründungsdatum des VDSt Osnabrücks am 09. Dezember 1993 hin. Siehe: Anarcho Randalia: Eine Verbindung mit Tradition, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 2. 1996, S. 11; Jarausch, Konrad H.: Deutsche Studenten. 1800–1970 (Edition Suhrkamp, Bd. 258), Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 85–86; Jacobs, Melanie: Studentischer Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich, in: Peter Hayes/ Jean El Gammal (Hrsg.): Universitätskulturen (Frankreich-Forum, Bd. 11), Bielefeld: transcript 2012, S. 103–125, hier S. 111–112; Heiter, Dietrich/ Schäfer, Gerhard: Studentenverbindungen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus, in: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (Antifa Edition), Berlin: Elefanten Press 1996, S. 865–884, hier S. 870. Die Petition lässt sich online einsehen: O. A.: Aktenstücke in Sachen der Judenfrage, in: Der Reichsbote, 8. 1880, H. 269, S. 1, URL: https://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document.cfm?document_id=1801 (abgerufen am: 31.05.2025).

[29] Vgl. Anarcho Randalia: Was macht eigentlich der CV in Osnabrück?, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 2. 1996, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_2/br2.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

[30] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024

[31] Bevor sie beim Bund Freier Bürger aktiv wurden, hatten sich einige Mitglieder dieser Studentenverbindungen in der Hochschulgruppe Schluß Jetzt! (ab 1994 Konstruktive Alternative) hochschulpolitisch im Studierendenparlament engagiert. Siehe: Anarcho Randalia: Sie kandidieren zum Osnabrücker Stadtrat!, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe, 1. 1996, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_sn/brsn.htm#kandid (abgerufen am: 28.10.2024).
Schluß Jetzt! war im Wintersemester 1993/94 mit zwei Sitzen im StuPa vertreten. Die Konstruktive Alternative brachte es Wintersemester 1994/95 auf einen Sitz. Siehe: NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 4; NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 5.
Der Politikwissenschaftler Frank Decker ordnete den Bund Freier Bürger zwar als rechtspopulistisch, allerdings gemäßigter als Die Republikaner oder gar die rechtsextreme Deutsche Volksunion ein. Siehe: Decker, Über das Scheitern des neuen Rechtspopulismus in Deutschland. Republikaner, Statt-Partei und der Bund Freier Bürger, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 29. 2000, H. 2, S. 237–256, hier S. 238, 251–252; Decker, Rechtspopulismus in der Bundesrepublik Deutschland. Die Schill-Partei, in: Nikolaus Werz (Hrsg.): Populismus. Populisten in Übersee und Europa (Analysen, Bd. 79), Wiesbaden: Springer Fachmedien 2003, S. 223–242, hier S. 223; Decker, Frank/ Hartleb, Florian: Populismus auf schwierigem Terrain. Die rechten und linken Herausfordererparteien in der Bundesrepublik, in: Frank Decker, Frank (Hg.): Populismus. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006, S. 191–215, hier S. 191; Decker, Frank/ Hartleb, Florian: Bund Freier Bürger (BFB), in: Frank Decker/ Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien, Wiesbaden: Springer VS 2018, S. 237–241, hier S. 239–240.

[32] Vgl. Anarcho Randalia, Stadtrat 1996; Kellershohn, Helmut: Das Doppelspiel der Jungen Freiheit am Beispiel der Hohmann-Affäre, in: Stephan Braun/ Daniel Hörsch (Hrsg.): Rechte Netzwerke. Eine Gefahr, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 79–94, hier S. 84.

[33] Vgl. Basta (Interessenvertretung der Liste Regenbogen an der Universität Osnabrück): Heiner Kappel bei Arkadia Mittweida umzu Osnabrück. Flugblatt vom 28.6.98, in: Burschen Raus, 5. 1998, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_5/kappel.htm (abgerufen am: 28.10.2024)

[34] Vgl. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 1999, Düsseldorf: 1999, S. 74.

[35] Vgl. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 1999, Düsseldorf: 1999, S. 74–77 ; Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen von 2000, Düsseldorf: 2000, S. 65; Decker, Scheitern 2000, S. 250–251; Decker/ Hartleb, Bund 2018, S. 238–240.

[36] Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht des Landes Niedersachsen von 2003, S. 59.

[37] Vgl. Hofmann, Carolin: Braune 'Kneipe'. Eine Studentin deckt den Rechtsradikalismus der Burschenschaft Arkadia Mittweida auf, in: Stadtblatt Osnabrück, 7. 1997, S. 28.

[38] Vgl. Anarcho Randalia, Info zu Arkadia Mittweida April 1997, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe, 2. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_extra/brex.htm#Anarcho%20Randalia!%20Info%20zu (abgerufen am: 28.10.2024); Anarcho Randalia, An ihren Liedern sollt ihr sie erkennen. Sangesfreudige Burschen in Osnabrück, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/saenger.htm (abgerufen am: 28.10.2024); Anarcho Randalia, Zwischenbilanz zu den sangesfreudigen Arkaden aus Osnabrück, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_5/zwischenbilanz.htm (abgerufen am: 28.10.2024); Heither, Männer 2000, S. 366.

[39] NLA OS, Dep 103, Akz. 2012/040 Nr. 1.

[40] Vgl. O. A.: Arkadia weist Vorwürfe entschieden zurück, in: Neue Osnabrücker Zeitung, 01.04.1997, S. 11.

[41] Schon 1995 hat sich ein Mitglied der Landsmannschaft Marchia in der innerverbandlichen Auseinandersetzung ihres Dachverbandes (Coburger Convent) für das Singen des Deutschlandlieds mit allen drei Strophen ausgesprochen. Siehe: Anarcho Randalia, Liedern 1997; Anarcho Randalia, "Von der Maas bis an die Memel…", in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Sonderausgabe. 1996, S. 3.
In diesem Zusammenhang ist ebenfalls interessant, dass der Gesamtdeutsche Studentenverband (GDS) im November 1987 ein gemeinsam mit der Landsmannschaft Marchia organisiertes Seminar über die Geschichte von deutschen Bevölkerungsgruppen in Ost- und Südosteuropa veranstaltete. Hierbei hielt der ehemalige Generalsekretär des Bunds der Vertriebenen, Klas Lackschewitz, einen Vortrag. Der Beitrag endet mit den Worten: "Dieses Seminar versuchte, einen großen Überblick über die Volksdeutschen im Südosten zu geben. Die seelischen Nöte, der innere und äußere Kampf um den völkischen Bestand aber lassen sich nur schwer darstellen." Siehe: GDS-Pressereferat: Volksgruppenseminar in Osnabrück, in: Burschenschaftliche Blätter, 103. 1988, H. 2, S. 54.

[42] Vgl. Anarcho Randalia, Liedern 1997; Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997; Anarcho Randalia: Schmierenjournalismus!, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia! Beilage, 4. 1997.

[43] Beschluss des Osnabrücker Uni- Studierenden- Parlaments vom 28.11.97. Zitiert nach: Anarcho Randalia: Beschluss des Osnabrücker Uni- Studierenden- Parlaments vom 28.11.97, in: Burschen Raus! Eine kritische Zeitschrift zum Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen der Gruppe Anarcho Randalia!, 4. 1997, URL: https://www.nadir.org/nadir/periodika/anarcho_randalia/br_4/resolut1.htm (abgerufen am: 28.10.2024).

[44] Vgl. Anarcho Randalia, Schmierenjournalismus 1997; Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997.

[45] Vgl. Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997.

[46] Stadt Osnabrück: Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Osnabrück am Dienstag, dem 3. Februar 1998, 16.00 Uhr, Rathaus, Ratssitzungssaal. Osnabrück: 1998, S. 18.

[47] Gnad, Hannes: Stadtrat Osnabrueck gegen Verbindungen, in: Google Groups, URL: https://groups.google.com/g/de.soc.studium.verbindungen/c/q-NvIBpzWS0/m/Hn4ns0d9ZHIJ (abgerufen am: 31.05.2025).

[48] Menkens, Hans: Osnabrück. Akademischer Altherrenring, in: Burschenschaftliche Blätter, 107. 1992, H. 1, S. 12.

[49] Ebd.

[50] Vgl. Anarcho Randalia, Zwischenbilanz 1997.

[51] Vgl. Interview mit Peter Schulz-Oberschelp am 26.09.2024.

[52] NLA OS, Dep 106, Akz. 2007/013 Nr. 3.

[53] Vgl. Hochschulgruppe Die kleine Strolche et al.: Burschen Raus! Osnabrück: 2004.