Orte der Universität

Stele 53 Studierendenzentrum.jpg

Hinweisstele vor dem Gebäude 51 (Studierendenzentrum)
Foto: Lea Horstmann.

"Die Universität prägt mittlerweile den Innenstadtbereich um das Schloß, das allgemein mit der Hochschule identifiziert wird"1, stellte Erwin Uhrmacher 1991 in einem Aufsatz über das Schloss Osnabrück fest.


Neben dem Schloss werden heute sicherlich noch zahlreiche andere Orte mit der Universität in Verbindung gebracht, wie zum Beipsiel die Mensa oder auch die Bibliothek. Die Studierenden verbinden darüber hinaus natürlich auch die jeweiligen Gebäude, in denen ihre Lehrveranstaltungen stattfinden, mit der Universität. Ebenso Gebäude wie das Studierendenzentrum, in dem sie gemeinsam arbeiten und lernen können. Die Prägung des Innenstadtbereichs durch die Universität wie Uhrmacher sie beschreibt, ist auch optisch sichtbar: Die durch die Universität genutzten Gebäude sind allesamt mit Schildern gekennzeichnet, auf denen sich in einem großen roten Punkt die Gebäudenummer befindet. So sind die Gebäude einerseits einfach zu finden, andererseits aber auch optisch als Bestandteile der Universität markiert.

Die Orte der Universität sind in Osnabrück also beinahe allgegenwärtig. Sie sind zu einem zentralen Themen- und Forschungsbereich dieser Ausstellung geworden, weil sie sowohl die Struktur einer Universität bedingen, als auch das Zusammenleben an der Universität prägen. Es stellen sich Fragen danach, welche Orte eine Universität überhaupt ausmachen oder welche Orte eine Universität unbedingt benötigt. Zentral is dabei die Frage, wie sich bestimmte Orte im Kontext der Universität Osnabrück bis heute entwickelt haben. Die ausgewählten Orte sind die beiden Standorte der Universität, das Schloss als Zentrale der Universität, die Bibliothek sowie ein heute nicht mehr bestehendes Studentenwohnheim. Die Auswahl versucht damit in ihrer Breite die Gesamtheit des studentischen Lebens in Osnabrück abzubilden.

Von der Gründung der Universität Osnabrück bis heute haben sich zwei zentrale Universitäts-Standorte entwickelt: Zum einen der Campus Innenstadt, zum anderen der Campus Westerberg. Beide Teilstandorte unterscheiden sich dadurch, dass der Grad der Bebauung und die Gestaltung des urbanen Raumes unterschiedlich waren, somit die Möglichkeiten zur räumlichen Ausdehnung unterschiedlich stark gegenem. Die Transformation des städtischen Raumes im Kontext der Ausbreitung der Universität Osnabrück soll mithilfe von historischen Luftbildern transparent und nachvollziehbar gemacht werden, für den Teilstandort Innenstadt, sowie auf dem Westerberg. Die mit der Ausdehnung verknüpften Herausforderungen beider Standorte zeigen sich jedoch nicht nur anhand baulicher Merkmale, sondern auch in der gesellschaftlichen und öffentlichen Diskussion sowie der medialen Darstellung. Das Schloss, welches heute allgemein als die Zentrale der Universität gilt und so wahrgenommen wird, musste diesen Status erst erlangen. Von seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis heute hat es nicht nur zahlreichen baulichen Veränderungen unterlegen, auch seine Bedeutung als Standort der Universität wurde immer wieder ausgehandelt. Die Bibliothek hat einen ähnlichen Prozess durchgemacht: Nicht nur ihr Standort der Bibliothek, sondern auch der Bücherbestand und das Personalwesen wurden ausgehandelt. Ebenso wichtig wie eine Bibliothek ist auch die Unterbringung der Studierenden.

Um die für die Gründungszeit maßgeblichen Orte der Universität Osnabrück erlebbar zu machen, bietet eine 360° Tour die Möglichkeit, die Orte digital zu erkunden.

  1. Uhrmacher, Erwin: Vom Collegeensemble zum Universitätszentrum. Der Wiederaufbau des Schlosses, in: Franz-Joachim Verspohl/ Ansgar Westermeyer (Hrsg.): Das Osnabrücker Schloß. Stadtresidenz, Villa, Verwaltungssitz, Bramsche: Rasch 1991, S. 340.

Lageplan zu bedeutsamen Orten der Universität Osnabrück, erstellt mit Leaflet
Fotos: Lea Horstmann, Johannes Pufahl.

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Inhaltlich verantwortlich: Lea Horstmann, Johannes Pufahl

[1] Uhrmacher, Erwin: Vom Collegeensemble zum Universitätszentrum. Der Wiederaufbau des Schlosses, in: Franz-Joachim Verspohl/ Ansgar Westermeyer (Hrsg.): Das Osnabrücker Schloß. Stadtresidenz, Villa, Verwaltungssitz, Bramsche: Rasch 1991, S. 340.